Es war schon ein wenig anders, das Figurentheaterfest, das die Blaue Märchenbühne zu ihrem 20-jährigen Bestehen am Wochenende in den Räumen der Offenburger Waldorfschule feierte. Drei Gastbühnen hatte die Truppe um Sabine Kaysers eingeladen. Das Programm mit acht Vorstellungen- vier Stücke- wurde am Samstag und Sonntag wiederholt.
Doch statt einen dichtgedrängten Programmtrubel zu veranstalten, ging die Blaue Märchenbühne genau den Weg, den sie auch mit ihren Stücken geht: Dem Publikum Muße geben, eine Wirkungspause. Je zwei Aufführungen liefen parallel, dazwischen gab es eine Pause. Es ist geradezu der Gegenentwurf zu unserer ansonsten allgegenwärtigen Gleichzeitigkeit-wir telefonieren beim Autofahren und hören gleichzeitig Musik....
Doch siehe da, sie ist sehr entspannend, diese Ruhe. Man macht einen Plausch, sitzt in den Pausen im Schulhof in der Sonne, trinkt Tee...
Richtig schade, dass die Blaue Märchenbühne nicht jedes Jahr Jubiläum feiert.
Auf dem Programm stand auch das aktuelle Stück der Blauen Märchenbühne, "Schneewittchen."
Packend erzählt und einfühlsam gespielt, hielt das Publikum schon ganz zu Anfang den Atem an, als der Spiegel der Königin verkündet, dass Schneewittchen schöner sei.
Das Träumerische, das den Märchen oft innewohnt, das Unbewusste, wurde beim Festival auf wunderbare Weise sichtbar gemacht.
Hier erlebten die Zuschauer eine entschleunigte Welt. Für die Erwachsenen war es ein Stück Kindheit und für die Kinder ein bisschen Zauber.